Presse

 


Aller-Retour, RadaR-Radiodarmstadt, 14.11.2020
Play: Interview aufgenommen am 09.10.2020
Radio Darmstadt


Wiesbadener Kurier, 08.10.2020
View: guter-start-des-neuen-europaischen-theaters-in-wiesbaden
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Le Petit Journal.Com, 25.09.2020
View: philippe-jacq-le-theatre-est-un-grand-vecteur-de-culture
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Wiesbadener Kurier Freitag, 13.03.2020
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Neues „Europäisches Theater“ spielt im Thalhaus

Eine professionelle Produktion – ganz auf Französisch: Das ist jetzt im Wiesbadener Thalhaus zu erleben. Dort bringt das neue „Europäische Theater“ sein erstes Stück heraus.


Birgitta Lamparth: Redakteurin Kultur/Politik/Wirtschaft Wiesbaden

Der in Wiesbaden lebende französische Schauspieler Philippe Jacq hat die neue Theatergruppe gegründet. Foto: Europäisches Theater

Der in Wiesbaden lebende französische Schauspieler Philippe Jacq hat die neue Theatergruppe gegründet. (Foto: Europäisches Theater) WIESBADEN - „Wir wollen auch unseren Beitrag leisten“, sagt Philippe Jacq. Einen Beitrag dazu, dass Migranten der Besuch von Theaterstücken nicht verwehrt bleibt, weil sie die Sprache nicht verstehen. Aber viele Migranten sprechen Französisch, so der in Wiesbaden lebende Schauspieler. Also entwickelte er die Idee zu einem freien Ensemble, das in französischer und später auch in englischer Sprache an wechselnden Orten Stücke aufführt: das Europäische Theater. Sein Debüt gibt das neue Ensemble am 26. und 27. März um 20 Uhr im Thalhaus mit Eric Assous Komödie „Le Bonheur“ – auf Französisch.

Philippe Jacq hat selbst erfahren, wie das ist: Als der aus Frankreich stammende Film- und Theaterschauspieler nach Deutschland kam, konnte er allenfalls ins Ballett oder ins Konzert gehen. „Deutsche Stücke verstand ich noch nicht.“ So gehe es heute vielen Migranten, ist er sich sicher. Gleichzeitig will das neue Theater auch die Zusammenarbeit professioneller europäischer Schauspieler und Regisseure ermöglichen. „Unsere Künstler sind Botschafter fremder Kulturen, Vermittler von Zeitgeist und Diskurs“, heißt es auf der Theater-Homepage unter https://www.eurotheater.de. Die Basis der Theaterarbeit sei die europäische Idee.

Produktionen des beliebten Komödien-Autors

Unterstützt vom Kulturamt und der Naspa hat Philippe Jacq nun die erste Produktion geplant, mit der er auch gezielt frankophile Zuschauer ansprechen möchte. Die Komödie von Eric Assous ist aus seiner Sicht ein guter Einstieg: „Das ist in Frankreich der beliebteste Komödien-Autor.“ Er kennt ihn auch persönlich.

IM THALHAUS
Die Aufführung von „Le Bonheur“ in französischer Sprache (26. + 27. März) ist Bestandteil einer französischen Woche im Wiesbadener Thalhaus (Nerotal 18). Sie findet erstmals statt.

Auftakt ist am 25. März um 20 Uhr mit Evi Niessner und einem außergewöhnlichen Piaf-Abend. Finale ist mit Jean-Claude Séférians Charles-Aznavour-Hommage „Aznamour“. Karten zu je 22 Euro gibt es für die Veranstaltungen unter 0611-185 12 67.
Das Zwei-Personen-Stück handelt von einem Paar, das sich erst ganz frisch kennenlernt. Nach einer gemeinsamen Nacht will die Frau den potenziellen neuen Partner nicht gehen lassen – und schließt ihn kurzerhand ein. Daraus entwickelt sich eine verrückte Liebesgeschichte. In Szene gesetzt wird das Ganze beim Europäischen Theater von Robert Joubin. Der Regisseur, Schriftsteller und Schauspieler lebt in der Bretagne, wo gerade die Proben stattfinden. Die weibliche Hauptrolle spielt die luxemburgische Schauspielerin Nicole Max. Philippe Jacq steht selbst in der männlichen Hauptrolle auf der Bühne.

Das Stück kommt übrigens in deutscher Fassung an diesem Wochenende in den Kammerspielen Wiesbaden heraus. Jacq hatte dort eine Kooperation vorgeschlagen. Im Thalhaus traf er auf offene Türen: Dort passt seine Produktion gut in die französische Woche (siehe Infokasten). Aber auch Frankfurter Bühnen wie das Kulturhaus und das Internationale Theater interessierten sich für eine Kooperation. Am 3. und 4. April, jeweils um 20 Uhr, gastiert die erste Produktion im Kulturhaus.

Wie macht er sein Vorhaben bekannt bei jenen Zuschauern, auf die er ja auch zielt? Philippe Jacq erzählt von zahlreichen Gesprächen mit verschiedensten Institutionen. So steht er in Kontakt mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt, ebenfalls mit verschiedenen Institutionen und Vereinen, die französische Mitglieder haben. Aber auch Schulen, die Französisch im Abitur haben, hat er kontaktiert. „Viele waren begeistert“, erzählt er. Auch der Publizist und Politiker Daniel Cohn-Bendit – er ist Schirmherr des Europäischen Theaters geworden.

Auch Stücke auf Englisch und Italienisch
Schon jetzt sind die nächsten Produktionen geplant. So kommt am 25., 26., und 27. Juni Becketts „Glückliche Tage“ („Oh Les Beaux Jours“) ins Internationale Theater Frankfurt. Regie führt Véronique Boulanger, die gemeinsam mit Philippe Jacq auf der Bühne stehen wird. Boulanger war mit Eric Assous verheiratet.

Dann ist noch für dieses Jahr „The Gin Game“ von D.L. Coburn geplant. Und gegen Jahresende wird es wieder ein Stück aus der Feder von Eric Assous geben: „Le Retour de Madison“. Die Produktionen könnten auch in Schulen gezeigt werden, so Philippe Jacq. Neben Stücken in Französisch und Englisch plant er später auch solche in Italienisch – er selbst spricht alle drei Sprachen. Und schließlich ist es ja auch ein Europäisches Theater.